Ein nationaler Gedenkort

Seine Entstehung

Am 8. März 1988, unmittelbar nach dem Verfahren gegen Klaus Barbie, wurde rund um Sabine Zlatin und Pierre-Marcel Wiltzer ein Verein zur Gründung des „Musée-mémorial d’Izieu“ gegründet.

Dank einer landesweiten Spendenaktion erwarb der Verein im Juli 1990 jenes Haus, in dem das Kinderheim untergebracht war. Ein Wissenschaftsausschuss aus anerkannten wissenschaftlichen und institutionellen Persönlichkeiten wurde ins Leben gerufen, um das Haus zu einem für alle offenstehenden und lebendigen Ort des Gedenkens zu machen. Die Historikerin Anne Grynberg zeichnete für die Gestaltung des Museumsprojekts verantwortlich.

 

1992 nahm der französische Staatspräsident François Mitterrand, der von verschiedenen mit dieser Geschichte verbundenen bzw. direkt davon betroffenen Personen für dieses Thema sensibilisiert worden war, dieses Projekt in das Bauprogramm der Grands Travaux auf. Auf diese Weise nimmt sich der französische Staat dieses Gedenkens an.

Mittels Präsidialerlass vom 3. Februar 1993 wurde das Maison d’Izieu von der Republik zu einem der drei nationalen Gedenkorte ernannt, an denen am „Nationalen Tag des Gedenkens an rassistische und antisemitische Verfolgung durch die sogenannte französischen Staatsregierung (1940-1944)“ offizielle Zeremonien stattfinden. Die Erinnerung an die Razzia von Izieu ist nun Teil des republikanischen Gedenkens.

Am 24. April 1994 weihte der Staatspräsident die „Museumsgedenkstätte der Kinder von Izieu“ ein, aus dem im Jahr 2000 die „Maison d’Izieu, Gedenkstätte für die ermordeten jüdischen Kinder“ wurde.

 

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Rede des Staatspräsidenten François Mitterrand, Einweihung des Maison d’Izieu

Ausbau der Gedenkstätte

  • 2015 wurde die Gedenkstätte erweitert. Der Präsident der Republik François Hollande weihte das neue Sabine und Miron Zlatin–Gebäude und die neue Dauerausstellung ein. Bei dieser Gelegenheit formulierte er neue Aufgaben für die Maison d’Izieu:
    – Ein Ort des Engagements im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus.
    – Ein Ort der Republik
    – Ein Ort der Brüderlichkeit
    „Die Botschaft von Izieu, ist die des Einsatzes, des Einsatzes der Männer und Frauen, die diese Kinder aufnahmen und die eine schreckliche Lektion an uns richten: Lasst niemanden beiseite nehmt die Schwächsten auf, erzieht sie, bildet sie, begleitet sie. Die Botschaft von Izieu ist zugleich die Botschaft der Republik.“ Auszug aus der Einweihungsrede von F. Hollande am 6.April 2015 in Izieu.
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Rede von François Hollande

Bei ihrer Eröffnung ist die Gedenkstätte von Izieu:

  • ein Ort der Geschichte: Erstmals werden Themen wie der staatliche Antisemitismus, die Internierungslager sowie ihre jeweilige Rolle bei der Durchführung der Deportationen in einer Dauerausstellung thematisiert. Die Ausstellung ist in ihrer Gestaltung und ihrem Inhalt innovativ;
  • ein einzigartiger und symbolischer Gedenkort zur Veranschaulichung des Schicksals der anderthalb Millionen jüdischen Kinder, die in Europa verfolgt und ermordet wurden;
  • ein Ort des Gedenkens.

 

 

Ein Ort des Gedenkens

Jährlich finden im Maison d’Izieu vier öffentlich zugängliche Gedenkfeiern statt.

Am 27. Januar beteiligt sich der Verein an den nationalen Gedenkveranstaltungen zum Internationalen Tag des Gedenkens an den Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Bei der Durchführung dieser Zeremonie stützt er sich auf junge Gedächtnisbotschafter und die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Gedenkstätten der Shoah.

Jeden 6. April gedenkt der Verein mit einer Feier zu Ehren der deportierten Kinder und Erwachsenen der Razzia von 1944.

Er versammeltum die Ehemaligen der Kolonie eine große Anzahl von Personen (Vereinsmitglieder, Abgeordnete, Vertreter des Staates und der lokalen Behörden usw.). Die jüngeren Generationen sind eng in den Ablauf dieser Gedenkveranstaltung eingebunden. Junge Schüler verlesen Briefe der Kinder von Izieu und nehmen zusammen mit den ehemaligen Heimkindern am Verlesen der Namen der Deportierten teil. Jedes Jahr werden bei dieser Gelegenheit einzelne Arbeiten von ein oder zwei Klassen vorgestellt.

Das Maison d’Izieu ist ein nationaler Gedenkort.

Seit dem Erlass des Staatspräsidenten vom 3. Februar 1993 ist das Maison d’Izieu neben dem ehemaligen Vélodrome d’Hiver und dem ehemaligen Internierungslager Gurs einer der drei nationalen Gedenkorte für die Opfer rassistischer und antisemitischer Verfolgungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die unter Mitwirkung des französischen Staates begangen wurden.

Zwei Gedenkzeremonien werden von den staatlichen Stellen abgehalten.

Der Nationale Tag der Deportation am letzten Sonntag im April.

Der Nationale Tag des Gedenkens an die Opfer der rassistischen und antisemitischen Verfolgungen des französischen Staates und der Erinnerung an die Gerechten Frankreichs, am Sonntag nach dem 16. Juli, zum Gedenken an die Razzia im Vel’ d’Hiv am 16. Juli 1942.

Die Gedenktafeln und -stelen am und rund um das Maison d’Izieu schildern einzelnen Phasen der Errichtung der Gedenkstätte.