Sabine Zlatins Engagement und das lokale Vermächtnis

Wenige Wochen nach der Razzia vom 6. April 1944 kehrte Sabine Zlatin nach Izieu zurück und entdeckte das geplünderte Haus. Sie bewahrt die Briefe und Zeichnungen der Kinder sowie andere Dokumente auf, die heute das Archiv der Gedenkstätte bilden. Es ist ein erster Akt des Gedenkens und der Geschichte.

Im Juli 1945 bat sie den Präfekten des Departements Ain in einem Schreiben um die Erlaubnis, eine Gedenktafel im Andenken an die Kinder am Haus anbringen zu dürfen.

Am 7. April 1946 wurde mit Unterstützung der lokalen Bevölkerung und Behörden eine bedeutende Zeremonie abgehalten. Zu diesem Anlass versammelte sich eine große Menschenmenge und gedachte den Opfern der Razzia in einer würdevollen Gedenkfeier. In Brégnier-Cordon, dem Nachbardorf von Izieu, wurde ein Denkmal errichtet. Eine Gedenktafel mit den eingravierten Namen der verhafteten Kinder und Erwachsenen wurde am Gebäude des ehemaligen Kinderheims angebracht.

Diese erste Zeremonie verankert das Gedenken an die Razzia sowohl geografisch an diesem Ort als auch zeitlich. Seitdem gedenkt die örtliche Bevölkerung gemeinsam mit lokalen Behörden und Personen rund um Sabine Zlatin, Léon Reifman und mehrere Angehörige der Kinder von Izieu regelmäßig der Razzia vom 6. April 1944.

Kinder, die während der Einweihungsfeier der Gedenktafel am 7. April 1946 Kränze vor dem Maison d’Izieu niederlegen ©Maison d’Izieu
Zeremonie vom 7. April 1946 in Izieu, ©Maison d’Izieu – Coll. Nachlass Sabine Zlatins 
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