Andere Prozesse (internationalen)

Andere Prozesse

 

Die internationalen Prozesse in Nürnberg und Tokio

 

Die Nürnberger und Tokioter Prozesse führen zum ersten Mal die Beschuldigung des « Verbrechens gegen die Menschlichkeit » ein.
Als erste internationale, zuständige Strafgerichtsbarkeiten verurteilen sie Vertreter Deutschlands und Japans (Politiker, Militärbeauftragte, usw.) und nicht Staaten.

 

Die Nürnberger Prozesse

 

Am 8. August1945 unterzeichnen die Regierungen der Länder Frankreich, Großbritannien, der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion das Londoner Abkommen, das das Statut des Internationalen Militärgerichtshofes (IMG) erstellt. Dieser wird mit der Verurteilung der großen Naziverbrecher beauftragt. Später treten dem IMG weitere neunzehn Staaten bei, alles Mitglieder der UNO, was ihm eine internationale Grundlage verleiht.
Dieser Prozess von dreiundzwanzig führenden Verantwortlichen des Naziregimes (Hitler ist tot), der in die Geschichte unter der Bezeichnung « Nürnberger Prozess » einging, fand vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 statt. Aus symbolischen Gründen findet er in Nürnberg statt, da sich hier die Massenkundgebungen der Nazipartei abspielten.

Das Statut des Internationalen Militärgerichtshofes von Nürnberg ist der erste Rechtstext, der den Begriff des Verbrechens gegen die Menschlichkeit bestimmt. Nämlich :

 

« Mord, Ausrottung, Versklavung, Deportation oder andere unmenschliche Handlungen, begangen an irgendeiner Zivilbevölkerung vor oder während des Krieges, Verfolgung aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen, begangen in Ausführung eines Verbrechens oder in Verbindung mit einem Verbrechen, für das der Gerichtshof zuständig ist, und zwar unabhängig davon, ob die Handlung gegen das Recht des Landes verstieß, in dem sie begangen wurde, oder nicht (…)».

 

Zwölf weitere Prozesse werden allein von den Amerikanern, ebenfalls in Nürnberg und in den gleichen Räumlichkeiten, organisiert.
Einhundertvierundachtzig Personen werden insgesamt verurteilt. Sie werden in folgende Berufszweige eingeteilt: Ärzte, Juristen, hohe Beamte, Militär, Polizisten, Industrielle.

Die Alliierten verurteilen in ihren jeweiligen Besatzungszonen insgesamt über zehntausend Personen. Es werden über eintausend Todesurteile ausgesprochen.

 

Der Tokioter Prozess

 

Am 19. Januar 1946 wird das Statut des Internationalen Militärgerichtshofes für den Fernen Osten auf Beschluss des Generals Mac Arthur, Oberkommandeur der Alliierten Streitkräfte in Japan, erlassen.
Es werden elf Richter von den Mitgliedsstaaten der Kommission für den Fernen Osten ernannt: Australien, Kanada, China, die Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien, Indien, Neuseeland, Niederlande, Philippinen, UDSSR.
Der Gerichtshof tagt in Tokio vom 3. Mai 1946 bis zum 12. November 1948.

Er verurteilt achtundzwanzig japanische Armeeleute bzw. führende Verantwortliche. Sieben werden zu Tode verurteilt und die anderen zu lebenslänglicher Haft, mit Ausnahme einer zwanzigjährigen und einer siebenjährigen Gefängnisstrafe. Der Kaiser Hirohito wird strafrechtlich nicht verfolgt.