MAISON D'IZIEU, mémorial des enfants juifs exterminés
  • Colonie d'Izieu, été 1943 (Maison d'Izieu, succession S. Zlatin)
  • Parcours des enfants d'Izieu et de leurs familles (carte B. Dressler)
  • Kurz

     
     
    Die Geschichte der Kinder der Kolonie Izieu ist eine europäische Geschichte.
     
    Die Familien dieser jüdischen Kinder stammen aus verschiedenen Ländern: Deutschland, Polen, Österreich, Belgien und auch Frankreich, aus der Metropole und aus Algerien.
    Viele haben Europa zu verschiedenen Epochen durchquert, auf der Flucht vor den Pogromen und antisemitischen Aktionen oder dem Elend, in der Hoffnung Unterschlupf in Frankreich zu finden.
     
    Im September und Oktober 1940 erlässt das Vichy Regime die ersten antisemitischen Gesetze.
    Diese Familien sind plötzlich Gefangene des im Krieg befindlichen Europas und der antisemitischen Politik.
    76 000 Juden, davon 11 400 Kinder werden unterdrückt, verfolgt, festgenommen, in Frankreich interniert und den deutschen Behörden ausgehändigt, anschließend deportiert und ermordet.
    Hilfsorganisationen rufen Netzwerke ins Leben zur Rettung dieser Kinder und versuchen sie so vor der Verfolgung zu schützen.
     
    Im Mai 1943 bringen Sabine und Miron Zlatin, gemeinsam mit dem Hilfswerk OSE (Œuvre de Secours aux Enfants, Kinderrettungswerk), ca. fünfzehn Kinder in Izieu unter, das sich in der italienischen Besatzungszone befindet und so die Kinder zeitweise vor der antisemitischen Verfolgung in Sicherheit bringt.
     
    Bis Januar 1944 haben sich laut der letzten von Miron Zlatin geführten Anwesenheitsliste 105 Kinder, hauptsächlich jüdischen Ursprungs, in der Kolonie Izieu aufgehalten.
    Die Kolonie ist oft eine Übergangslösung in einem wesentlich größeren Rettungsnetzwerk, das andere Häuser, Pflegefamilien oder Schleuserorganisationen in der Schweiz umfasst.
     
    Am 6. April 1944 befinden sich 45 Kinder und 8 Erwachsene, alle jüdischer Abstammung mit Ausnahme des Jungen René-Michel Wucher, in der Kinderkolonie. Auf Befehl von Klaus Barbie verhaften an diesem Morgen Männer der Gestapo und Soldaten der Wehrmacht diese Personen. Dem Erwachsenen, Léon Reifman, gelingt es, sich zu verstecken und so der Verhaftung zu entgehen. Der kleine Junge René-Michel Wucher wird in Brégnier-Cordon, einem am Fuße von Izieu gelegenen Dorf freigelassen, als die Wagenkolonne einen kurzen Halt macht.
     
    Bei der Razzia in der Kolonie Izieu, werden 44 Kinder (im Alter von 5 bis 17 Jahren) und 7 Erwachsene jüdischer Abstammung verhaftet und anschließend deportiert.
    Miron Zlatin und 2 Jugendliche werden in Reval (heute Tallin) in Estland erschossen.
    42 Kinder und 5 Erwachsene werden in Auschwitz-Birkenau ermordet.
    Léa Feldblum, die Betreuerin, überlebt als Einzige.
     
     

    Maison d’Izieu, mémorial des enfants juifs exterminés
    70 route de Lambraz – 01300 Izieu - France