Archive und Zeitzeugen

Maison d’Izieu, rencontre des anciens de la colonie, 2002 (ER)
Maison d’Izieu, rencontre des anciens de la colonie, 2002 (ER)
Alec et René Bergman, à la Maison d’Izieu (ER)
Colonie d’Izieu, été 1943 (Maison d’Izieu, coll. P. Dehan)
Pontont de Pluvis, été 1943 (Maison d’Izieu, A. Bergman)
Dessin de Max Tetelbaum, colonie d’Izieu (BnF)
Répertoires d’archives de la Maison d’Izieu

Archive und Zeitzeugen

Die Forschungsarbeit zu der Geschichte der Kinderkolonie von Izieu ist nicht abgeschlossen. Sie wird im Maison d’Izieu weitergeführt und konzentriert sich auf den Kontext der Installation und die allgemeinen Lebensumstände der Kolonie. Es wird versucht, den Lebensweg der Kinder, die hier Zuflucht gefunden haben, bildhaft zu vergegenwärtigen.

Diese Forschungsarbeiten stützen sich auf die Archive des Maison d’Izieu und die Durchsicht anderer Dokumentenbestände in Frankreich und Europa.

Die Beziehungen zwischen dem Maison d’Izieu und den “ehemaligen Kindern” der Kolonie sowie mit den Erwachsenen und Kindern, die zwischen 1943 und 1944 Kontakt mit der Kolonie hatten, bilden das Herzstück der Forschungsarbeiten und des Auftrags der Gedenkstätte.
Zeugenberichte und Archive sind wertvolle Quellen, die die Arbeit des Maison d’Izieu täglich unterstützen.
Einige dieser « ehemaligen Kinder » begleiten regelmässig Schüler bei ihrem Besuch in Izieu.

 

Die Archive des Maison d’Izieu

 

Die ersten Archivbestände des Maison d’Izieu sind noch vor der Eröffnung des Maison d’Izieu von Sabine Zlatin bei der französischen Staatsbibliothek (BnF) im Jahre 1994 hinterlegt worden.
Diese Archive, die sich heute in der Abteilung für Radierungen und Photographien befinden, umfassen einen Teil der Dokumente, die sie seit ihrer Rückkehr in die Kolonie einige Wochen nach der Razzia vom 6. April 1944 aufbewahrt hatte. Hierzu gehören : Briefe und Zeichnungen der Kinder, Photographien des Alltagslebens und der Bewohner der Kolonie, Dokumente und Briefe bezüglich der Installation und der Organisation der Kolonie von Izieu und zuletzt auch zu den Aktionen, die nach dem Krieg im Rahmen des Gedenkens an die deportierten und ermordeten Kinder und Erwachsenen unternommen worden sind.
1994 hat die französische Staatsbibliothek (BnF) eine Liste dieser Dokumente herausgegeben.

Die Archivbestände umfassen ebenfalls :

  • die Dokumente und Photographien aus der Erbfolge von Sabine Zlatin, die nach ihrem Tod im Jahre 1996 in Izieu hinterlegt worden sind,
  • die Photographien derjenigen, die in der Kolonie Zuflucht gefunden haben oder zwischen 1943 und 1944 in Kontakt mit ihr standen. Hierbei handelt es sich um die Sammlungen von Henry Alexander, Alec Bergman, Juliette Collomb, Philippe Dehan, Guy Pallarés, Paulette Pallarés-Roche, Paul Niedermann, Marie Perticoz, Roger Perticoz, Samuel Pintel und Suzanne Reveillard.
    Diese Photographien sind vom Maison d’Izieu mit Quellenangaben versehen und in ein Verzeichnis aufgenommen worden.
    Nicht eine einzige Photographie ist im Besitz irgendeiner Agentur.

Diese Dokumente, die vom Team der Gedenkstätte geschützt und in ein Verzeichnis aufgenommen worden sind, werden derzeit im Maison d’Izieu aufbewahrt. Sie gehen später in den Besitz der Archivbestände der französischen Staatsbibliothek (BnF) über.

Das Maison d’Izieu ist ebenfalls im Besitz von Archiven in Verbindung mit dem Barbie-Prozess.
Alain Jakubowicz, Anwalt der Nebenkläger, hat der Gedenkstätte seine Unterlagen im Rahmen der Beweisaufnahme des Prozesses überlassen.

 

Gesammelte Zeugenberichte

 

Im Juni 2002 hat das Maison d’Izieu fünfzehn Zeugenberichte von folgenden Personen zusammengetragen:

  • Alfred Adler, Edmond Adler, Henry Alexander, Diane Fenster (Popowski), Georges Hirtz, Yehudit Hoelzel, Henri Kaufmann, Paul Niedermann, Samuel Pintel, Claude Raiz, Bernard Waysenson und Hélène Waysenson, die als Kinder in die Kolonie kamen und sie noch vor der Razzia am 6. April 1944 verlassen haben,
  • Alexandre Halaunbrenner, der Bruder von Mina und Claudine, die am 6. April 1944 festgenommen wurden,
  • Renée Pallarés, Hilfsbetreuerin im Sommer 1943,
  • Gabrielle Tardy (mit dem Mädchenname Perrier), Lehrerin in der Kolonie ab Oktober 1943.

 

Es wurden Interviews geführt, die den Lebensweg der Zeitzeugen vor ihrem Aufenthalt in Izieu, während des Aufenthalts und nach dem Aufenthalt, in Erinnerung riefen. Geführt wurden diese Interviews von folgenden vier Historikern/innen bzw. Hochschullehrern/innen: Pierre-Jérôme Biscarat, Nadine Fresco, Michèle Ganem-Gumpel und Katy Hazan.
Die Interviews wurden gefilmt und schriftlich festgehalten. Sie werden heute im Dokumentationszentrum des Maison d’Izieu aufbewahrt.

 

Sonstige Archivbestände

 

Zahlreiche Archivbestände in Frankreich und im Ausland enthalten Dokumente zu dem Lebensweg der Kinder von Izieu und deren Familien sowie zur Organisation der Kolonie.

 

Zu den wichtigsten in Frankreich gehören:

  • die Archive der Departements Ain und Pyrénées-Orientales
  • die Archive des Holocaust Memorials, Centre de Documentation Juive Contemporaine
  • die Archive des Service historique de la Défense
  • die Archive der Hilfsorganisation OSE
  • die Archive der Organisation ORT
  • die Archive der Cimade
  • die Archive von Serge Klarsfeld
  • die Staatsarchiveet à l’étranger :

Und im Ausland:

  • die Staatsarchive in Genf (Schweiz)
  • die Archive des belgischen Service Public Fédéral Intérieur, Office des étrangers (Belgien)
  • die Schweizerischen Bundesarchive in Bern (Schweiz)
  • die Stadtarchive der Stadt Karlsruhe (Deutschland)
  • die Sammlungnen des Imperial War Museum (Großbritannien)

 

Falls Sie andere Archive oder private Sammlungen kennen, die Informationen zur Kinderkolonie von Izieu oder zu den Kindern und Erwachsenen enthalten, die sich dort aufhielten, bitten wir Sie mit unserer Dokumentalistin Kontakt aufzunehmen:

 

Stéphanie Boissard
Dokumentalistin
Telefon: +33 (0)4 79 87 21 05
sboissard@memorializieu.eu