Die Schule

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Die Schule

 

 

Seit Juni 1943 gehen die Jugendlichen der Kolonie, Max-Marcel Balsam, Marcel Bulka, Maurice Gerenstein und Henri Goldberg, in die weiterführende Schule in Belley. Sie kommen nur in den Ferien nach Izieu. Gaston Lavoille, der Schulleiter, heißt sie willkommen und organisiert ihre Eingliederung in die Klasse.

 

Sabine Zlatin möchte, dass die anderen Kinder auch in die Schule gehen. Der Unterpräfekt von Belley, Pierre-Marcel Wiltzer, unternimmt auf ihre Anfrage die erforderlichen Schritte für die Eröffnung einer Schulklasse in der Kolonie.
Gabrielle Perrier (Tardy, Name ihres Ehemanns) ist einundzwanzig Jahre alt, als die Schulbehörde sie am 18. Oktober 1943 zur Lehrerin in Izieu ernennt.

 

Die Schulklasse befindet sich im ersten Stock des Hauses. Mit Hilfe der Schulbehörde, vertreten durch Gonnet und dem Unterpräfekten Wiltzer, organisiert sich das Klassenleben. Einige Gemeinden verleihen Pulte, einige Bücher, Schiefertafeln und eine Weltkarte. Gabrielle Perrier kommt mit dem dürftigen Material zurecht und unterrichtet die Kinder je nach Alter und Kenntnisstand.

 

In den Briefen an seine Eltern beschreibt Georgy Halpern genauestens sein Leben in der Schule:

„Das Klassenzimmer ist schön: Es gibt da zwei Tafeln, einen Heizofen, Landkarten und einige Bilder an der Wand, insgesamt hat es 4 Fenster. Ich amüsiere mich. Insgesamt gibt es 15 Schreibtische“ ; „(…) morgens haben wir Schreiben und Rechnen. Nachmittags schreiben wir ein Diktat oder machen eine Grammatikübung. Und wenn man alles weiß, dann lernen wir eine Lektion, ein Gedicht auswendig, Verben oder das kleine Einmaleins. Wir schreiben auch Klassenarbeiten. Ich habe 64,5 Punkte bekommen und war der Drittbeste von insgesamt 8.“

 

„Ich war am Tag des Schulbeginns sehr gerührt, als ich so vor den vierzig Kindern aller Alterstufen stand. Die Ältesten unter ihnen konnte man fast als Jugendliche bezeichnen.
Mir ist ihre stolze, ja sogar ernste Haltung aufgefallen. Mir war klar, dass man ihnen nichts vormachen konnte! (…) Diese Kinder hatten gelitten, sie waren reifer als ihr wirkliches Alter. Sie haben mir niemals gesagt, dass sie Juden seien: Sie wollten und konnten das Geheimnis bewahren. (…)
Es war eine Klasse wie jede andere auch. Sie sprachen übrigens alle Französisch; Die Kinder sprachen alle Französisch ohne den geringsten Akzent. (…) Einige von ihnen waren sehr intelligent, ja regelrecht bemerkenswert.“

Gabrielle Perrier-Tardy (1922-2009), ehrerin der Kolonie in Izieu