Wohnort

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„Hier werden Sie und die Kinder Ruhe finden“

 

Mit diesen Worten nimmt zu Beginn des Frühlings 1943 der Unterpräfekt von Belley, Pierre-Marcel Wiltzer, den Entschluss Sabine Zlatin entgegen, ein Kinderheim in Izieu zu eröffnen.

 

Izieu ist ein Dorf im Bugey, im Departement Ain abseits der Hauptverkehrsadern. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die Chartreuse und den nördlichen Vercors. Damals gehört das Dorf zur italienischen Besatzungszone und ist zeitweise vor der antisemitischen Verfolgung geschützt.

 

Die Einrichtung der Kinderkolonie erfolgt auf legalem Wege mit der Unterstützung der Unterpräfektur von Belley. Die Kolonie ist somit weder ein Geheimnis noch illegal. Nach und nach organisiert sich das Leben der Koloniemitglieder, die sich in diesem ländlichen Umfeld bald eingelebt haben. Es werden Beziehungen zu den Dorfbewohnern und den Behörden vor Ort geknüpft.

 

Der Ort scheint eine wahrhaftige Insel des Friedens zu sein, weit entfernt von den Konflikten und Verfolgungen. Während die Kleinsten unter der abrupten Trennung von ihren Eltern leiden, von denen sie nur selten Post bekommen, sind die Jugendlichen und die Erwachsenen der Auffassung, in Sicherheit zu sein.

 

„Wir sind im Lastwagen angekommen, nicht in einem Reisebus, sondern in einem Lastwagen. Ich werde mich wohl immer daran erinnern, wissen Sie, Reifman, er ist damals vom Lastwagen gesprungen und hat gerufen:

„Ein wahres Paradies !“ “

Sabine Zlatin, Leiterin der Kinderkolonie