Überleben

Registre de la colonie d’Izieu, août 1943
Henry Alexander (Maison d’Izieu, coll H. Alexander)
Anciens de la colonie à la Maison d’Izieu, juin 2002

Überleben

 

Für zahlreiche Kinder war die Kolonie in Izieu eine Übergangslösung auf ihrem Versteck- und Rettungsparcours.
Vor ihrer Ankunft in Izieu waren sie bereits in anderen Kinderheimen untergebracht, in denen sie nur für eine kurze Zeit blieben.

 

Von den 61 Kindern, die die Kolonie vor dem 6. April 1944 verlassen haben, ist keines auf den Deportationslisten aufgeführt.

 

Diese Kinder, die über verschiedene Netzwerke bzw. Kontakte in die Kolonie von Izieu gekommen sind, finden hier für einige Wochen oder mehrere Monate Unterkunft.

 

Die Gründe und die Umstände ihrer Abreise sind ganz unterschiedlich.
Hélène und Bernard Waysenson sowie Alec Bergman gehen wieder zurück in ihre Familien, die sich in Sicherheit bringen konnten und so über ein sicheres Versteck verfügen.
Die Brüder Edmond und Alfred Adler verbringen knapp zwei Wochen in Izieu. Danach werden sie in Gastfamilien im Departement Haute-Savoie untergebracht.
Henry Alexander wird in anderen Häusern der Hilfsorganisation OSE untergebracht.
Paul Niedermann, Georges Hirtz, Emil, Sara und Simon Szarf sowie Samuel Stern flüchten zu unterschiedlichen Zeiten und auf die unterschiedlichste Art in die Schweiz. Sie finden hier Zuflucht bis zum Ende des Krieges.
Die Erwachsenen in der Kinderkolonie :

 

Sabine Zlatin ist am Tag der Razzia nicht in Izieu.
Sobald sie von der Nachricht erfährt, versucht sie die Kinder zu retten. Sie fährt zunächst nach Vichy, dann nach Paris, wo sie mit dem Roten Kreuz Kontakt aufnimmt. Aber umsonst.
Sie tritt anschließend in die Widerstandsbewegung in Paris ein. Unter dem Decknamen Jeanne Verdavoire ist sie im sozialen Bereich der nationalen Befreiungsbewegung aktiv.
Zum Zeitpunkt der Befreiung wird sie zur Leiterin des Hotels Lutetia in Paris ernannt, das mit der Organisation der heimkehrenden Deportierten beauftragt wird.
Ab 1945 hält sie die Erinnerung an die Razzia in Izieu wach. Sie sagt 1987 im Barbie Prozess aus. Mit anderen Personen, die mit der Geschichte der Kinderkolonie von Izieu verbunden sind, gründet sie am Ende des Prozesses die Vereinigung « Musée-Mémorial d’Izieu », ein Vorläufer der im Jahre 1994 gegründeten Gedenkstätte . Sie stirbt 1996 in Paris.

 

Léa Feldblum überlebt als Einzige die Deportation.
Nach der Befreiung des Vernichtungslagers von Auschwitz führt sie ein gewundener Weg von Odessa nach Montpellier. Sie geht in Sète an Bord der Exodus. Nach einer strapaziösen Reise erreicht sie Palästina. 1987 kommt sie nach Frankreich, um im Rahmen des Prozesses von Klaus Barbie auszusagen. Zwei Jahre später stirbt sie in Tel-Aviv.

 

Léon Reifman hat als Einziger die Razzia vom 6. April 1944 überlebt.
Er kommt morgens in Izieu an. Zum Zeitpunkt der Verhaftung gelingt es ihm aus dem Fenster zu springen, er versteckt sich in einem Busch. Abends wird er dann mit Hilfe der Nachbarsfamilie Perticoz bei einer Familie in Belley versteckt. Er sagt im Prozess von Klaus Barbie aus. Er stirbt 1994 in Périgueux.