Die Dauerausstellung

Maison d’Izieu, la Grange (CS)
Pourquoi des enfants juifs à Izieu ?
VAA_5324_©_Studio_Erick_Saillet

Die Dauerausstellung

Seit dem April 2015 bieten die Scheune und ihre Erweiterung eine neue Dauerausstellung der Maison d’Izieu, die in drei Themenbereiche aufgeteilt ist:

 

 

Themenbereich 1: Warum jüdische Kinder in Izieu?

 

Die meisten Eltern der Kinder von Izieu, die aus ganz Europa und sogar Algerien stammten, sind in der Zwischenkriegszeit nach Frankreich gekommen. Im Oktober 1940 werden diese Familien von den antisemitischen Gesetzen des Vichy-Regimes überrumpelt. Die Politik der Exklusion steuert letztendlich auf die Internierung  der ausländischen Familien in den französischen Internierungslagern zu. Im Sommer 1942 verhandelt Nazideutschland dann mit der französischen Regierung ihre Deportation.

Sechs Entwicklungen geben Aufschluss zur Beantwortung der in diesem ersten Themenbereich gestellten Frage:

• Die antisemitischen Gesetze von Vichy (1940-1941)

• Die französischen Internierungslager (1940-1942)

• Die Razzien im Sommer/Herbst 1942

• Das Kinderheim von Izieu (1943-1944)

• Donnerstag der 6. April 1944, die Razzia von Izieu

• Die Deportation und Ermordung von jüdischen Kinder (in Frankreich und in Europa)

 

Themenbereich 2: Von Nürnberg bis Den Haag

 

Nach dem Krieg kam die Zeit der Justiz, trotz ihrer Unzulänglichkeiten eine unersetzliche Etappe, um die Schwere der Schuld der Verbrecher festzustellen. Massenverbrechen gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg und auch danach, bis in die heutigen Zeit. Das 20. Jahrhundert ist jenes des Aufbaus einer Justiz zur Prävention solcher Verbrechen und des Kampfes gegen Straffreiheit.

Drei Entwicklungen widmen sich den folgenden Themen:

• Verurteilungen nach dem Krieg, die internationalen Militärgerichtshöfe von Nürnberg und Tokyo

• Verurteilungen nach dem Krieg vor den nationalen Gerichtshöfen

• Nach 1945, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit finden kein Ende

 

 

Themenbereich 3: Die Erinnerung und ihre Konstruktion

 

Seit seiner Eröffnung am 24 April 1994 und bis zum Ende der 2000er war die Gedenkstätte von Izieu der einzige Ort in Frankreich, der der Deportation und Ermordung jüdischer Kinder gewidmet war. Überall, in Frankreich wie im Rest Europas, nimmt die Konstruktion der Erinnerung mehr oder weniger lange und komplexe Wege, fest verbunden mit den nationalen politischen Kontexten. Der letzte Teil der Ausstellung lädt den Besucher ein, die Mechanismen der Konstruktion von Erinnerung zu entdecken und zu hinterfragen:

• Der Prozess von Klaus Barbie und die Gründung des Vereins

• Die Konstruktion der Erinnerung von Izieu

• Die Erinnerung und ihre Orte, anhand verschiedener Beispiele aus Frankreich, Italien und   Deutschland

 

 

Die digitalen Hilfsmittel der Ausstellung

 

Zwei durch Berührung gesteuerte Bildschirme geben die Möglichkeit, den Bewohnern des Heims in Izieu zu folgen, in einer Sammlung von Fotos, Dokumenten und Interviewausschnitten zu forschen und ihrem Weg auf einer Europakarte zu folgen.

Ein dritter Bildschirm bietet eine Datensammlung zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die nach chronologischer oder geographischer Sortierung verfolgt werden können.

 

 

Vermittlung der Ausstellung

 

Das Personal der Gedenkstätte bietet Führungen und thematisch orientierte, partizipative Besuche für Besucher jeden Alters an.

Aufgrund der Fülle der Ausstellung wird ein Pass für 15 Euro vorgeschlagen. Er gewährt für dreizehn Monate unbeschränkten Zugang zu der Gedenkstätte und ermöglicht es Besuchern so, die Inhalte nach eigenem Interesse und Rhythmus zu entdecken.

Für weiter Informationen zu den Eintrittstarifen der Gedenkstätte klicken Sie bitte hier.